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Lateraler Oberarmlappen

M. Schwarz und M. Geishauser

Lappenart: septofasziokutan, muskulo-tendo-fasziokutan
Größe: max. 10 X 14 cm, ab 5 cm Breite Transplantation des Hebedefekts
Gefäße: A. collateralis radialis, 2 V. comitantes, zusätzlich V. cephalica
Durchmesser: 1 bis 2 mm (Arterie)
1,5 bis 2,5 mm (Venae comitantes)
2,5 bis 3,5 mm (Vena cephalica)
Stiellänge: bis 10 cm
Sensibilität: R. brachialis posterior N.i radialis
Vorteile: – dünner Lappen
– hohe Zuverlässigkeit
– sichere Anatomie
– langer Stiel
– Kombination mit Trizepsmuskel- und Sehnenanteil möglich
Nachteile: – auffälliger Hebedefekt
– bei Männern gelegentlich behaart

Geschichte

Der Lappen wurde in China durch Chong entwickelt und 1982 erstmals beschrieben. Schustermann und Katsaros haben Anatomie und klinische Applikationen in den folgenden zwei Jahren näher untersucht.

Indikation

Das Anwendungsgebiet des Lappens liegt da, wo dünne, sehr gut formbare Haut benötigt wird: Zur Defektdeckung an Unterarm und Hand und im Kopf- und Halsbereich.

Es kann auch ein reiner Septum-Faszienlappen gehoben oder zusätzlich ein Streifen der Trizepssehne bis zu einer Breite von 1,5 cm genommen und so ein tendofasziokutaner Lappen gebildet werden.

Prinzipiell wäre es außerdem möglich, eine Schuppe Kortikalis aus dem Humerus mitzunehmen, diese Kombination ist wegen der erschwerten Präparation und der geringen Ausmaße der transferierbaren Knochenlamelle unüblich.

Abbildung 54: Gefäßanatomie des lateralen Oberarmlappens (linker Arm, Ansicht von hinten).

Anatomie

Im Gegensatz zum medialen Oberarmlappen ist die Gefäßversorgung des lateralen Oberarmlappens sehr konstant, so daß sich dieser Lappen gut für den mikrochirurgischen Transfer eignet. 10 cm proximal des Epicondylus lateralis durchbricht der Endast der A. collateralis radialis posterior die Faszie und versorgt die darüberliegende laterale Oberarmhaut. Kleinere Endäste aus dieser Arterie anastomosieren mit der A. radialis recurrens, die im proximalen Unterarmbereich aus der A. radialis entspringt.

Abbildung 55: Anatomie des lateralen Oberarmlappens.

Planung

Der laterale Oberarmlappen ist ein dünner fasziokutaner Lappen und eignet sich als Ersatz für eine dünne Hautbedeckung von maximal 12 X 9 cm Größe. Es ist möglich, ihn als reinen Faszienlappen zu heben, um z.B. Gleitstrukturen wiederherzustellen. Präpariert man den Gefäßstiel des Lappens unter dem langen Trizepskopf hervor, ist es möglich, einen Gefäßstiel von bis zu 10 cm Länge zu gewinnen.

Des weiteren kann man Teile der Trizepssehne oder ein Stück Kortikalis aus dem Humerus an diesem fasziokutanen Lappen mitnehmen, da der Gefäßstiel, ähnlich wie beim Unterarmlappen, im Septum intermusculare liegt und von da aus perforante Gefäße sowohl zum Humerus als auch zur Haut ziehen.

Abbildung 56: Gefäßanatomie des lateralen intermuskulären Septums (Querschnitt Mitte Oberarm).

Hebedefekt

Leider ist die Haut auf der Lateralseite des Oberarmes nicht so verschieblich wie medial, so daß bei Entnahmebreiten über 6 cm eine Hauttransplantation erforderlich wird.

Operation

Einzeichnen des Lappens

Entlang einer Linie, die vom Epicondylus lateralis zur Spitze des Akromion zieht, liegt die Längsachse des Lappens. Die perforante Arterie ist 10 cm proximal des Epikondylus zu erwarten. Die maximale Lappengöße beträgt 12×9 cm. Das Gefäß ist sehr konstant, so daß auf eine invasive präoperative Darstellung verzichtet werden kann.

Abbildung 57: Design des lateralen Oberarmlappens.

Lagerung und Anästhesie

Eine supraklavikuläre Plexusanästhesie und Rückenlage ist bezüglich des Lappens ausreichend, alles weitere richtet sich nach den Erfordernissen des Empfängerareales.

Präparation

Eine sterile Esmarchbinde, die über dem Deltoideus nach Auswickeln belassen wurde, erleichtert das Erkennen der anatomischen Funktionsstrukturen. Wie präoperativ markiert, beginnt die Präparation an der posterioren distalen Lappengrenze. Von da aus wird auf dem lateralen Trizepskopf das Septum intermusculare dargestellt. In diesem Septum läuft die A. collateralis radialis posterior und ist durch Diaphanie, spätestens bei Öffnen der Blutleere, zu erkennen.

Abbildung 58: Präparation des lateralen Oberarmlappens.

Hat man das Gefäßbündel von dorsal dargestellt, beginnt die Präparation von medial unter Mitnahme der Faszie. Die A. collateralis zum Unterarm muß unterbunden werden, dann kann die Faszie in der Tiefe vom Humerus abgelöst werden, ggf. wird hier ein Kortikalisstück am Humerus mit abgelöst.

Abbildung 59: Heben des lateralen Oberarmlappens.

Bei der weiteren Präparation nach proximal zieht der Gefäßstiel unter dem langen Trizepskopf nach proximal und mündet unterhalb des Ansatzes des M. latissimus dorsi in die A. profunda brachii. Besondere Vorsicht muß hier dem N. radialis gelten, der in unmittelbarer Nachbarschaft unter dem lateralen Trizepskopf um den Humerus zieht.

Durch Spalten des Trizeps und Durchziehen des Lappens mit seinem Gefäßstiel können bis 10 cm lange Gefäßstiele gewonnen werden.

Literatur

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